Projektträger: Gemeinde Dannewerk
Projektkosten: 64.381,38 €
Fördersumme: 29.334,98 €
Laufzeit: 10.08.2020 – 30.09.2021
Schwerpunkt: Bildung
Kernthema: Kulturelle Bildung
Projektbewertung als Download
Freiraumkonzept der Gemeinde Dannewerk als Download

Ausgangslage:
Die Partner im Verein Danewerk/Haithabu e.V. engagieren sich seit längerem für eine Inwertsetzung des denkmalgeschützten UNESCO-Welterbes Haithabu und Danewerk in allen 15 Anliegergemeinden. In der Vergangenheit wurden bereits zahlreiche Projekte mit und ohne Förderung durch die AktivRegion durchgeführt. Neben dem Wikinger Museum Haithabu ist der Bereich um das Danevirke Museum mit dem Archäologischen Park eine touristische Kernzone. Im „Archäologischen Park“ in der Gemeinde Dannewerk werden der Hauptwall, die Waldemarsmauer, die Feldsteinmauer, das Tor im Danewerk, die Schanze 14 und der Burgwall Thyraburg als Gemeinschaftsprojekt des Kreises Schleswig-Flensburg, des Archäologischen Landesamtes Schleswig-Holstein (ALSH) und der dänischen Minderheit (SSF) touristisch erschlossen.

Im Archäologischen Park stellt die Waldemarsmauer das Besucher-Highlight dar. Es handelt sich um eines der ältesten Ziegelsteinbauwerke Nordeuropas. Im Zeitraum 2017 bis 2019 wurde der freigelegte Teil der 4 km langen Waldemarsmauer, ca. 80 Meter, restauratorisch untersucht und erste Sicherungsmaßnahmen wurden durchgeführt. Die Waldemarsmauer hat besonders durch die über Jahrhunderte andauernde Nutzung als Steinbruch gelitten und ist daher nur noch als Ruine erhalten. Seit Mai 2019 führt der Kreis Schleswig-Flensburg, als Eigentümer der Waldemarsmauer, das Projekt „Sanierung und Restaurierung der Waldemarsmauer“ mit finanzieller Unterstützung des Landes durch. Bestandteil dieses Projektes sind sowohl restauratorische Arbeiten sowie die Planungsleistung für die langfristige Sicherung und Besucherlenkung. Dieses Projekt wird voraussichtlich Ende 2020 abgeschlossen. Diese Maßnahmen im Archäologischen Park sind nicht Bestandteil des Antrags (siehe Anhang Flächenabgrenzung); sie sind dennoch zu berücksichtigen.

Zudem sei darauf hingewiesen, dass ein Flurbereinigungsverfahren Danewerk voraussichtlich Mitte 2020 eröffnet wird. Es hat zum Ziel denkmal- und naturschutzfachliche sowie touristische Entwicklungspotentiale im Kernbereich sowie unmittelbaren Umgebungsbereich des Welterbes zu heben.

Entwicklungsziele:
Es sind folgende Probleme benannt:

  • fehlende Integration von Denkmal und Ortschaft
  • unzureichende Parkplatzsituation beim Feuerwehrgerätehaus (Freiwillige Feuerwehr Dannewerk), an der Schanze 14, und in Kurburg: Wendemöglichkeiten für Busse, Freihalten der Feuerwehrzufahrt, Stellflächen für Wohnmobile, Größenordnung der Parkflächen insgesamt, optionale Erweiterungen bei Großveranstaltungen etc.
  • fehlende Bushaltestelle
  • unzulängliche Übergänge an Straßendurchbrüchen am Denkmal (bspw. am Ochsenweg zwischen Tor zum Norden und Thyraburg)      
  • fehlende Sitzgelegenheiten und unzureichende Aufenthaltsqualität
  • unzureichender Erlebniswert (z.B. Naturcamping, Aussichtspunkte)
  • mangelhafte Vermittlung des UNESCO-Welterbes Haithabu und Danewerk (integrativ) über alle Teilanlagen hinweg 
  • fehlende Rundwege (Besucherinnen und Besucher gehen Querbeet, auch über Felder)
  • keine touristisch attraktive Verbindung von Hauptwall und Kograben (z.B. Rundweg über Ochsenweg und Kurburg)
  • unzureichende fußläufige Wegeverbindung zwischen Verbindungswall und Hauptwall (z.B. entlang des ehemaligen Dannewerker Sees, Besucherführung über die A7)
  • fehlende barrierearme Besucherlenkung sowie Vermittlungsangebote für Menschen mit Beeinträchtigungen
  • veraltete bzw. fehlende Treppenanlagen und Geländer entlang und auf dem Denkmal
  • Beschädigungen der Waldemarsauer und des Walls durch die Besucherinnen und Besucher (Begehen, Anfassen)

Es sollen in Abstimmung zwischen Planer, Gemeinde, Projektpartnern und sonstigen relevanten Akteuren Planungen (Freiraumkonzept) geleistet werden, die die folgende Ziellandschaft berücksichtigt:

  • Bewahrung des Kulturerbes
  • Nutzung des touristischen Potenzials
  • Beitrag zur regionalen und kommunalen Entwicklung 
  • Ausbau des Bildungsangebotes

Das Projekt beinhaltet Maßnahmen der Zugänglichkeit, Kommunalentwicklung, Besucherlenkung, Erhaltung und Vermittlung (Bildung). Es ist daher an eine breite Öffentlichkeit und diverse Zielgruppen gerichtet. Dies umfasst auch die Einbindung von Minderheiten (Dänen) und die Berücksichtigung von möglichst barrierearmen Bewegungsräumen und Vermittlungsangeboten (bspw. leichte Sprache).

Wirkung der Maßnahme:
Haithabu und Danewerk sind gemeinsam als UNESCO-Welterbe eingetragen. Die Kooperationspartner möchten die touristischen und die kommunalen Entwicklungsmöglichkeiten des Welterbes zügig voranbringen. Das Projekt knüpft an etliche LEADER Projekte an.

Durch die mediale Aufmerksamkeit als UNESCO-Welterbe wirkt das Projekt sich nicht nur lokal und regional aus, sondern auch landes-, bundesweit und international. Das Danewerk (vor allem dessen Bedeutung im 19. Jh.) hat einen großen kulturhistorischen Wert und ist generationenübergreifend ein touristischer Anziehungspunkt für dänische Touristen. Dies zeigt sich auch am anliegenden Danevirke Museum, das vom Sydslesvigsk Forening (SSF) betrieben wird. Für den SSF und die dänische Minderheit ist der Museumsbetrieb ein wichtiges kulturpolitisches Arbeitsgebiet. Das Danevirke Museum ist eine in den Museumslandschaften beider Grenzregionen fest verankerte Institution.