“Errichtung eines regionalen Energieportals in zwei Stufen durch Erarbeitung eines Solar- und Gründachkatasters auf Kreisebene und eines Wärmelotsens für Privathaushalte unter Begleitung einer breit angelegten Öffentlichkeits- und Informationskampagne” – Kooperationsprojekt mit 3 beteiligten LAG´n: Schlei-Ostsee, Mitte des Nordens und Eider-Treene Sorge

Projektträger: Kreis Schleswig-Flensburg
Projektkosten: 107.018,50 €
Fördersumme:   71.986,31 € (davon Anteil AktivRegion Schlei-Ostsee 28.957,94 €)
Kernthema: Klimaschutzmaßnahmen in der Region
Laufzeit: 25.03.2024 – 31.05.2027

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Ausgangslage:
Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten zwei Jahren große Unsicherheiten im Themenbereich private Energie erlebt. Extrem steigende Preise, Versorgungsunsicherheiten und immer strenger werdende gesetzliche Vorgaben mit kurzen Fristen – viele Menschen fühlen sich beim Thema Strom- und Wärmeversorgung momentan allein gelassen und schlecht betreut. Es ist daher eine wichtige Aufgabe, diese Sorgen und Bedürfnisse aufzugreifen und ein Angebot zu schaffen, das realistische Optionen
für Bürgerinnen und Bürger aufzeigt, ihnen ein Gefühl vermittelt, dass sich Kreis und Gemeinden um ihre Versorgung kümmern und das Vertrauen ausstrahlt, weil die öffentliche Verwaltung dahintersteht.

Der Kreis Schleswig-Flensburg wird daher im Projekt ein ganzheitliches Energieportal einführen – und zwar in zwei Stufen: zunächst ein Solar- und Gründachkataster auf Kreisebene und anschließend einen Wärmelotsen für Privathaushalte, die beide mit einer breit angelegten Öffentlichkeits- und Informationskampagne begleitet werden, um ihre Nutzung zu fördern. Das Projekt umfasst das gesamte Gebiet des Kreises Schleswig-Flensburg, d.h. die gesamte AktivRegion Mitte des Nordens, sowie Teile der AktivRegionen Eider-Treene-Sorge und Schlei-Ostsee. Die geplante Laufzeit beträgt 3 Jahre.

Projektziele:
Das weitreichende Ziel des vorliegenden Projektes ist die Förderung der Nutzung erneuerbarer Technologien zur Strom- und Wärmeerzeugung in Privathaushalten und somit zur aktiven Umsetzung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen in den eigenen vier Wänden. Die Energiewende kann nur gelingen, wenn alle Menschen erreicht werden. Da der direkte Einfluss der Gemeinden, Kreise und Länder begrenzt ist (zum Beispiel über regenerative Versorgung des eigenen Gebäudebestandes), so kommt diesen Stellen andererseits als Motivator, Vorbild und vertrauenswerter Wissensvermittler eine herausragende Rolle zu. Knapp ein Viertel der Treibhausgasemissionen im Kreis Schleswig-Flensburg entfällt auf Privathaushalte. Wenn die Umstellung unserer Energieversorgungssysteme gelingen soll, ist es daher elementar, dass alle Privathaushalte zu Eigeninitiative angeregt werden, in ihren Wohngebäuden zum Beispiel selbst Solarstrom zu erzeugen und zu speichern und sie mit klimafreundlichen Technologien zu beheizen und somit den Autarkiegrad zu steigern.

Auch im Bereich der Klimafolgenanpassung stehen Bürgerinnen und Bürgern Möglichkeiten offen, mit zum Beispiel Dachbegrünung den Klimafolgen Hitze und Dürre durch das Schaffen grüner Inseln in ihrem eigenen Einflussbereich zu begegnen. Da dies nur gelingen kann, wenn Bürgerinnen und Bürger ausreichend informiert sind, über ihre Möglichkeiten Bescheid wissen und daher eine fundierte Entscheidung treffen können, ist das herausragendstes Merkmal des Projektes die auf die Region angepasste Bereitstellung von Informationen, Entscheidungshilfen und Beratungsangeboten für Privatpersonen im Kreis Schleswig-Flensburg.

Das übergeordnete Ziel, mehr Solaranlagen auf privaten und öffentlichen Gebäuden und mehr Sanierungsmaßnahmen durch einen Umstieg auf klimafreundliche Heizungstechnologien zu erreichen, wird daher in mehreren Unterzielen erreicht:
1. Bereitstellung eines fundierten Informationsangebotes für Bürgerinnen und Bürger zu den Themen Solarstrom, Gründach und private Wärmeversorgung: das kreisweite Energieportal. Dadurch Aufklärung, Sensibilisierung und Befähigung der Menschen, sich aktiv für eine Gebäudemaßnahme zu entscheiden.
2. Bekanntmachung und Bewerbung des Energieportals durch eine öffentliche Informationskampagne, um die Nutzung desselben zu fördern. Nur wenn die Tools hinreichend bekannt sind und genutzt werden, kommt das Informationsangebot auch bei den Menschen an.
3. Erhöhung der Beratungsangebote. Eingebettet in die Informationskampagne soll es auch ein Element der Öffentlichkeitsarbeit sein, in Form von Veranstaltungen und/oder anderer Formate zusätzliche Angebote zu Beratung und Wissenserwerb zu schaffen. Dafür werden auch externe Partner eingebunden.
4. Stärkung der lokalen Wirtschaft. Das Energieportal bietet die Möglichkeit, auch lokale Unternehmen als Umsetzer der Maßnahmen zu listen, bekannt zu machen und die lokale Umsetzung somit zu stärken, was wiederum durch verkürzte Lieferwege zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise beiträgt.

Das Projekt besteht hauptsächlich aus drei großen Säulen:
1. Einführung des Solar- und Gründachkatasters auf Kreisebene
2. Einführung des Wärmelotsen auf Kreisebene
Die Schritte 1 und 2 bilden zusammen das ganzheitliche Energieportal des Kreises.
3. Die Informations- und Öffentlichkeitskampagne, die die Einführung beider Schritte umrahmt, begleitet und ergänzt.