Für die Förderung der Entwicklung des ländlichen Raumes können Zuwendungen zur Verbesserung der Be- / Verarbeitung und Vermarktung fischwirtschaftlicher Erzeugnisse gewährt werden. Voraussetzung für eine Förderung aus dem Europäischen Fischereifond (EFF):
AktivRegionen, die zur Gebietskulisse des Zukunftsprogramms Fischerei gehören, erstellen in einem Arbeitskreis "Fischerei" ein Entwicklungsprogramm mit Projekten zur nachhaltigen Entwciklung der Fischwirtschaftsgebiete. In der AktivRegion Schlei-Ostsee befinden sich insgesamt vier anerkannte Fischwirtschaftsgebiete: Die Städte Schleswig, Kappeln und Arnis und die Gemeinde Maasholm Das Entwicklungsprogramm ist Bestandteil der Integrierten Entwicklungsstrategie. Es werden dort folgende Ziele für den Fischereifond genannt:
- Verbesserung der Arbeitsbedingungen und der Absatzmöglichkeiten
- Verbesserung der Wasserqualität
- Pflege des kulturellen Erbes
- Erschließung des touristischen Potenzials
- Verbesserung der Lebensqualität in den Orten
Für die Projekte aus dem Fischereifond liegen gesonderte Anträge vor. Die Region verfügt für den Bereich des Fischereifonds über ein jährliches Budget von 30.000,-- € EU-Mittel. Die Höhe der Förderung ist abhängig vom öffentlichen Interesse. Darüber hinaus können auch sogenannte Poolprojekte umgesetzt werden.
Folgende Projekte sind bereits bewilligt:
► Netzwerk Ostseefischerei
► Erstellung und Druck eines Schleifisch-Kochbuches
► Poolprojekt: Sanierung der Kahnstellen Maasholm
► Umnutzung und Sanierung des ehemaligen Borkhauses
► Produktion und Präsentation historischer Fischereigeräte aus dem Hoch- und Spätmittelalter und aus dem 19. Jahrhundert
Kooperationsprojekt mit folgenden AktivRegionen:
Schlei-Ostsee, Mitte des Nordens, Hügelland am Ostseestrand, Ostseeküste, Wagrien-Fehmarn, Innere Lübecker Bucht
Träger: Stadt Fehmarn
Projektgebiet: Schleswig-Holsteinische Ostseeküste sowie die Städte Flensburg, Lübeck und Kiel
Finanzierung: 50 % Förderung der Nettokosten durch den Europäischen Fischereifond (EFF) und 50 % Landesmittel als Kooperationsprojekt der sechs AktivRegionen
Laufzeit: Februar – Juni 2010
Die Projektidee, ein Netzwerk zum Thema Ostseefischerei zu schaffen, ist aus den AktivRegionen heraus entstanden und gewachsen. Die Schleswig-Holsteinische Ostseeküste und ihre Bewohner sind kulturell und wirtschaftlich eng mit der Fischerei verbunden. Auch heute noch existieren zahlreiche Fischereistandorte unterschiedlichster Prägung, von kleinen, handwerklich geprägten Häfen bis hin zu großen genossenschaftlich organisierten Standorten. Die breite Bevölkerung Schleswig-Holsteins sowie besonders deren Gäste verfügen jedoch meist nur über ein geringes Wissen zum Thema Fischerei inkl. der Vielfältigkeit und der wirtschaftlichen wie auch kulturellen Bedeutung dieses Themenfeldes. Im Rahmen der Projektstudie "Netzwerk Ostseefischerei" wurde diesen Misständen entgegengewirkt und größere Aufmerksamkeit für die Standorte und die Bedeutung der Ostseefischerei generiert.
Erste geplante Projekte des Netzwerkes sind:
- Erstellung einer gemeinsamen Internetseite
- Erstellung eines gemeinsamen Flyers
- Einrichtung einer SMS-Infoplattform für Fischer.
Den gesamten Leitfaden können Sie hier herunterladen.
Projektträger: Landesfischereiverband Schleswig-Holstein
Förderung: 100 % Zuwendung aus den Mitteln der Fischereiabgabe durch das Land Schleswig-Holstein
Das Projekt ist aus der Initiative der Arbeitsgruppe "Fischwirtschaft" heraus entstanden und wird über Mittel aus der Fischereiabgabe finanziert.
Dem Landesfischereiverband Schleswig-Holstein ist es ein Anliegen, Fische als schmackhaftes Element regionaler Esskultur bekannter zu machen. Insbesondere heimischer Fisch könnte im Trend von bewusster Ernährung und gesunder Lebensweise durch ein regionales Fischkochbuch noch interessanter und beliebter zu machen. Grundlage bietet die Sammlung von Fischkochrezepten von Frau Wiese, der Frau eines ehemaligen Kutterfischers aus Arnis. Die jahrelange Suche nach geeignetem Material führte Frau Wiese in alle Fischeistandorte der Schlei. In kollektiver Arbeit haben Fischereifamilien im Schleigebiet mit eignen, vor allem alten Rezepten und Zubereitungsmethoden sowie durch privates Fotomaterial alter Fang- und Arbeitstechniken dazu beigetragen. So ist ein unschätzbarer Fundus technischer und soziokultureller Geschichtzeugnisse zusammengekommen, der der Öffentlichkeit sonst verschlossen bleibt.
Projektträger: Gemeinde Maasholm
Förderung: 216.413,-- € (50 % Zuwendung aus Mitteln der EU und des Landes Schleswig-Holstein im Rahmen des "Europäischen Fischereifond" (EFF) und des Zukunftsprogramms Fischerei Schleswig-Holstein)
Der Ort Maasholm hatte ehemals eine hohe Bedeutung für Seefahrer und Fischerei. Die fischwirtschaftliche Gemeinschaft besteht aus 24 hier registrierten Kuttern und Booten der Berufsfischer und zahlreichen Nebenerwerbs- und Hobbyfischern. Maasholm hat den ursprünglichen Charme eines Seefahrer und Fischerdorfes bewahrt und stellt auch dadurch eine touristische Attraktion dar - ergänzt durch Segelhafen, Naturerlebniszentrum etc. Maasholm ist weiterhin eine Anlaufstelle beim Netzwerk Ostseefischerei.
Anfang des 20. Jahrhunderts wurde von den Fischern flachgängige Kahnstellen halbkreisartig um den Ort angelegt. Hier und im weiteren Umfeld spielte sich das Leben der Fischer ab. Die Kahnstellen wurden 1991 unter Denkmalschutz gestellt, da sie aus (fischerei-) wirtschafts-, geschichtlichen und städtebaulichen Gründen von besonderer Bedeutung sind. Ein touristischer Rundweg führt um die Halbinsel und präsentiert das fischereiwirtschaftliche Erbe einem großem Publikum. Die Kahnstellen sind heute in einem schlechtem Zustand durch zum Teil unangemessene Materialien (nicht denkmalgerecht), durch die Bohrmuschel und Stürme. Eine Sanierung ist inzwischen dringend und dient der gleichzeitigen Aufwerung in touristischer Hinsicht.
Projektträger: Holmer Fischerzunft zu Schleswig
Finanzierung: 30% Zuschuss aus dem Europäischen Fischereifond (5.250,-- €)
30% Zuschuss aus dem Legat Sonntag
Laufzeit: April 2011 - September 2011
Der Holmer Fischerzunft gehört ein auf dem Netztrockenplatz in Schleswig / Holm gelegenes Wirtschaftsgebäude, in dem früher die Baumwoll-Netze imprägniert ("geborkt") wurden. Das Gebäude ist zurzeit nur bedingt als Abstell- und Lagerplatz nutzbar. Die Holmer Fischerzunft plant, das Gebäude zu sanieren und so umzubauen, dass es als geordneter Lagerplatz für Fischereigeräte udn Haus für Netzarbeiten genutzt werden kann. Das Borkhaus steht allen Zunftmitgliedern zur Verfügung und kommt daher der Allgemeinheit der Fischer zu Gute, wird die Gemeinschaft festigen und damit einen Beitrag zur Verbesserung des Fischereiwesens in Schleswig leisten.
Projektträger: Jörg Nadler
Finanzierung: 30% Zuschuss aus dem Europäischen Fischereifond (7.320,-- €)
30% Zuschuss aus der Fischereiabgabe des Landes Schleswig-Holstein (7.320,-- €)
Laufzeit: Juni 2011 - November 2011
Seit 20 Jahren ist der Berufsfischer Jörg Nadler an Fischereiarchäologi interessiert und beschäftigt sich mit historischen Gerätschaften und Fanggeräten. Die öffentliche Präsentation ist der eigentliche Kern dieser Diversifizierungsmaßnahme. Das fischereigeschichtliche Zeugnis wird dauerhaft der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Der Antrag bezieht sich auf die Erstanschaffung der Fischereigeräte, des Trailers und den Präsentationsraumes.
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